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30.11.2017

Pressemitteilung: MVB Data Summit 2017: Der Abschied vom Silo

Mehr als 90 Experten fordern in Frankfurt grenzenlose Zusammenarbeit bei der Bereitstellung und Nutzung von Metadaten | Austausch über aktuelle Erfahrungswerte und Diskussion weiterer Entwicklungsschritte | Nächstes Netzwerktreffen: MVB Data Summit am 28.11.2018

Eine noch intensivere Zusammenarbeit aller Beteiligten über Unternehmens-, Branchen- und Ländergrenzen hinweg forderten die Teilnehmer des zweiten MVB Data Summits, der gestern im Frankfurter Haus des Buches stattgefunden hat. Denn man war sich einig: Silodenken ist das größte Hemmnis beim Metadatenmanagement. Die vorgestellten Praxisbeispiele zeigten, dass nur abteilungsübergreifend aufgesetzte Prozesse zur fortlaufenden Pflege und Verarbeitung von Produktinformationen wirtschaftlichen Erfolg versprechen – sowohl in den Verlagen als auch im Buchhandel. Beim eintägigen Netzwerktreffen haben mehr als 90 Experten aus den Bereichen IT, Marketing, Vertrieb und Datenmanagement ihre Erfahrungen zu Standards, Abläufen und Strukturen innerhalb und außerhalb der Buchbranche ausgetauscht. Weiter wurden das Rollenverständnis und die Zuständigkeiten für das Berufsbild des Datenmanagers diskutiert und die Auswirkungen von Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz thematisiert. Fortgesetzt wird der Austausch beim nächsten MVB Data Summit am Mittwoch, 28.11.2018.

Keynotes zu nahtlosem Einkaufserlebnis und digitalen Zielgruppen

„Streichen Sie die Begriffe online und offline aus Ihrem Wortschatz! Bieten Sie Ihren Kunden ein nahtloses Einkaufserlebnis, das das Beste aus beiden Welten miteinander verbindet“, fordert Christin Krooss von Google zum Start des Veranstaltungstags. Voraussetzung sei die optimale Sichtbarkeit von Produkten und Dienstleistungen. Diese erreichten Unternehmen nur über die Verbreitung aktueller und aussagekräftiger Metadaten. Ein Trend, den die Omnichannel-Expertin für den lokalen Handel beobachtet, ist die zunehmende Bedeutung von Verfügbarkeitsanzeigen. Denn bereits jeder vierte Kunde gehe nicht mehr in den Laden, wenn er nicht vorab weiß, dass der Artikel vor Ort vorrätig ist. Außerdem werde das Thema „Voice Search“ immer wichtiger und damit die Frage, wie sich Daten für solche Anwendungen aufbereiten lassen.

Im Anschluss erklärte Rolf Küppers, Geschäftsführer von microm Micromarketing-Systeme und Consult, wie sich die so genannten Sinus-Geo-Milieus für die strategische Kundengewinnung und -bindung nutzen lassen. Bei dieser Methode werden potentielle Kunden lokal identifiziert und können so zielgenau angesprochen werden. Gleichzeitig wird das „digitale Schaufenster“ der Unternehmen durch zusätzliche, themennahe Kontaktpunkte im Netz erweitert und die Auffindbarkeit somit erhöht.

Blick in die Praxis der Buchbranche

Im zweiten Teil der Veranstaltung stellte die Interessengruppe (IG) Produktmetadaten des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, die sich im Nachgang zum ersten MVB Data Summit gegründet hat, erste Ergebnisse ihrer Arbeit vor – zum Beispiel das Best-Practice-Papier zur einheitlichen Meldung von Serien. Gezeigt wurden unter anderem auch konkrete Anwendungsprobleme im Umgang mit Metadaten, die von zu vielen, unsystematisch vergebenen Produktinformationen bis hin zu unterschiedlich verarbeiteten Angaben auf Handelsseite reichten.

Wie Buchhandlungen und Verlage bei allen Schritten des Vorschauprozesses Zeit und Kosten sparen können, veranschaulichte die folgende Präsentation aktueller Fallstudien für den Einsatz des Titelinformationssystems VLB-TIX. Die Ergebnisse sind in einem Whitepaper zusammengestellt, das online zum Herunterladen zur Verfügung steht: www.vlbtix.de/whitepaper. Aus dem Plenum wurde bestätigt, dass die umfassende Sichtbarkeit der Produktinformationen durch die digitale Vorschau das Bewusstsein für die optimale Pflege von Metadaten in allen Abteilungen der Verlage schärft und die Entwicklung vorantreibt.

Interaktive Runden zur Vertiefung

Mit welchen Tools lässt sich die semantische Analyse von Inhalten umsetzen? Wie sehen die neuen Ideen für effiziente und umsatzsteigernde Datenpflege aus? Wie lässt sich eine zentralisierte Datenhaltung umsetzen? Wo steht die Buchbranche heute, wenn es um standardisierte Schnittstellen geht? Der Nachmittag stand im Zeichen der Gruppenarbeit, deren zentrale Ergebnisse im Plenum vorgestellt wurden:

  • Metadatenmanager benötigen klar definierte Rollen und die Unterstützung des Managements.
  • Die Pflege von Metadaten ist niemals abgeschlossen, sondern muss in Verlagen und Buchhandlungen als fortlaufender Prozess verstanden und gelebt werden.
  • Veränderungsprozesse stoßen auf Widerstände, aber mitmachen lohnt sich.
  • Prozesse müssen systematisiert und aus unterschiedlichen Perspektiven angegangen werden.
  • Metadaten werden vom Handel noch nicht in vollem Umfang genutzt.
  • Alle Nutzer der Metadaten benötigen einen Feedback-Kanal.
  • Nur international gültige Standards funktionieren in einer digitalen Welt auf Dauer – dabei gilt es, alle Wertschöpfungsstufen inklusive Endkunden ins Boot zu holen.

Ausblick

Auch im Kunstbetrieb spielen Daten eine zunehmend wichtigere Rolle. Holger Volland, Vice President bei der Frankfurter Buchmesse, zeigte anhand aktueller Anwendungen, wie analoge und digitale Welten schon heute verschmelzen und wie die Künstliche Intelligenz auch in diesem Bereich Einzug hält.
Zum Abschluss des MVB Data Summits widmete sich Stefan Welcker, Geschäftsführer von Expert System Deutschland, dem Thema Umgang mit der stetig wachsenden Datenflut, die die Digitalisierung mit sich bringt. Sein Standpunkt: Was wir heute unter Künstlicher Intelligenz verstehen ist noch nicht intelligent im eigentlichen Sinn. Bisher würden Maschinen nur trainiert, etwas zu tun. Die zentrale Aufgabe seien aber lernende Systeme, die neue Bezüge herstellen und so Kundeninteresse vorhersehen. Entsprechende Real-Time-Auswertungen von enormen Datenmengen seien schon bald möglich und würden die Vermarktung von Produkten nachhaltig verändern.

Fazit

„Die kreative Kraft, die in unserer Branche steckt, enfaltet sich dann am besten, wenn Experten aus unterschiedlichen Bereichen die Köpfe zusammenstecken. Datenmanagement ist längst keine Insel mehr, sondern umfasst und beeinflusst die gesamte Wertschöpfungskette im Unternehmen – vom Lektor bis hin zum Verkauf bei Verlagen, von der Titelrecherche bis hin zur Übermittlung der Daten in die eigene Warenwirtschaft in den Buchhandlungen. Unser Ziel war es, hier Best Practices aufzuzeigen und Anstöße zu geben, immer mit dem Leitgedanken der größtmöglichen Kundenorientierung. Der Bedarf an Austausch ist enorm, das hat der diesjährige MVB Data Summit gezeigt“, sagt Sandra Schüssel, Leiterin Geschäftsbereich MVB Labs und Initiatorin des Netzwerktreffens.

Materialien zum Herunterladen

Die vollständige Pressemitteilung sowie Materialien zum Herunterladen (Logo) finden Sie im Presse-Bereich der MVB-Homepage:
www.mvb-online.de/ueber-uns/presse/mitteilungen/2017/mvb-data-summit-2017-der-abschied-vom-silo/

2.11.2017

Christin Krooss: “Einzelhändler am digitalen Fortschritt anknüpfen und von ihm profitieren”

Christin Krooss von Google hat auf die Möglichkeiten des Handels hingewiesen, die Online- und Offlinewelt miteinander zu verbinden.Omnichannel scheint der einzig gangbare Weg für den Einzelhandel zu sein, außer man sucht sich eine ganz spezielle Nische.

1. Alle sprechen von Omnichannel. Denn die Onlineanbieter verzeichnen Wachstum der stationäre Handel nicht. Viele Einzelhändler können sich den Aufwand aber nicht leisten. Selbst die Städteplaner schlagen Alarm, weil die Vielfalt in den Stadtzentren zu verschwinden droht und nur noch große Anbieter die Ressourcen haben. Stirbt der Einzelhandel?
Der Einzelhandel befindet sich aktuell in einem Wandel. Das Smartphone hat direkten Einfluss auf den Recherche- und Einkaufsprozess genommen und diese Prozesse nachhaltig verändert. Kunden können nun jederzeit nach einem gewünschten Produkt recherchieren und es erwerben ‒ egal zu welcher Uhrzeit, an welchem Ort und über welches Gerät.
Nichtsdestotrotz sind Ladenbesuche für den lokalen Einzelhandel nach wie vor sehr wichtig. Wir glauben, dass Einzelhändler am digitalen Fortschritt anknüpfen und von ihm profitieren können. Zwar stellt das Internet eine große Konkurrenz dar, doch Kunden schätzen immer noch das Einkaufserlebnis und die persönliche Beratung im Ladengeschäft. So besuchen beispielsweise 76 Prozent der Smartphone-Nutzer, die zuvor eine lokale Suche durchgeführt haben, ein Geschäft innerhalb der nächsten 24 Stunden, und 28 Prozent dieser Recherchen führen zu Einkäufen im stationären Handel.

2. Alle sprechen von ROPO. Das heißt aber auch, dass Aufwände nötig sind, um diese digitale Präsenz zu pflegen. Wie unterstützt Google hier die kleinen Händler?
Google bietet eine Vielzahl kostenloser Tools an, um kleine und mittelständische Unternehmen zu unterstützen. Um über die Google-Suche und Google Maps einfacher gefunden zu werden, können Händler beispielsweise von dem kostenlosen Angebot „Google My Business“ profitieren. Es bietet Unternehmen, die noch nicht über eine eigene Website verfügen, eine einfache und kostenlose Möglichkeit, eine eigene, qualitativ hochwertige Website zu erstellen. Hierzu werden alle wichtigen Firmenangaben wie beispielsweise Adresse und Telefonnummern automatisch aus dem „Google My Business“-Eintrag übernommen. In weniger als 10 Minuten ist die Website erstellt.
Die Zukunftswerkstatt ist eine breit angelegte, bundesweite Bildungsinitiative für Unternehmen, gemeinnützigen Organisationen, Universitäten und Schulen. Dort können kostenlose Digitaltrainings zu Themen wie Online-Marketing, -Kommunikation, Google Web Analytics oder Design Thinking besucht werden.

3. Metadaten sind die Währung der Rechner, sie bedienen die Schnittstellen, beschreiben verkürzt die Inhalte und stellen neue Zusammenhänge her. Wie können Anbieter von Büchern diese besser im Netz präsentieren?
Eine Fokussierung auf die relevanten Produktinformationen wie Titel, Beschreibung, Produkttyp, Produktkategorie, Link, Mobile Link, Zustand, Verfügbarkeit und Preis können den Erfolg des Shopping-Eintrags ausmachen. Um Bücher im Netz besser zu präsentieren, ist auch eine Optimierung der Produktbilder sinnvoll. Da bei Google Shopping das visuelle Erlebnis im Vordergrund steht, sollten Anbieter diesen Punkt nicht unterschätzen. Ein weiterer Optimierungshebel ist der Titel. Um einen aussagefähigen Titel zu erzeugen, müssen kaufentscheidende oder einzigartige Produkteigenschaften im Titel vertreten sein wie beispielsweise der Autorentitel.

5.10.2017

Google zu Gast beim MVB Data Summit 2017

Christin Krooss spricht darüber, wie man Onlinekunden wieder in den Laden bringt und zeigt Best-Practice-Beispiele | Beim Netzwerktreffen diskutieren Experten aktuelle Entwicklungen im Umgang mit Produkt- und Kundendaten

Viele Kunden suchen im Netz nach einem Produkt, um es dann direkt online zu kaufen. Stationäre Einzelhändler können sich jedoch mit Multichannel-Angeboten behaupten und auf das Prinzip ROPO setzen, also „research online, purchase offline“. Der Kunde stöbert online, kauft aber im Laden vor Ort – zum Beispiel ein Buch beim lokalen Buchhändler ihres Vertrauens. Wie Einzelhändler digitale Technologien nutzen können, um die Frequenz in ihrem Laden zu steigern, erklärt Christin Krooss von Google beim zweiten MVB Data Summit. Mit ihrer Keynote eröffnet sie die eintägige Fachveranstaltung im Frankfurter Haus des Buches am Mittwoch, 29.11.2017. Teilnehmer aus den Bereichen IT, Marketing, Vertrieb und Datenmanagement beleuchten dabei den Kundennutzen bestehender und zukünftiger Datenstrategien.

„In der Theorie ist es ganz einfach. Als Händler muss ich wissen, wonach mein Kunde sucht und diese Informationen sofort und in der richtigen Qualität bereitstellen. Was das für die praktische Umsetzung bedeutet, ist aber oft noch weniger klar“, erklärt Sandra Schüssel, die bei der MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH den Innovationsbereich MVB Labs leitet. „Deshalb bieten wir unseren Teilnehmern mit dem MVB Data Summit eine branchenübergreifende Austauschplattform für Datenstrategien, um von den Besten zu lernen. Dafür betrachten wir mit Christin Krooss von Google das Ökosystem Handel als Ganzes und analysieren die Online-Zielgruppen mit Rolf Küppers von Microm Micromarketing-Systeme, bevor wir bei Round-Table-Sessions zentrale Fragestellungen der Buchbranche bearbeiten. Zum Abschluss gibt Stefan Welcker von Expert System Deutschland einen Ausblick auf die Chancen und Vorteile der künstlichen Intelligenz für Verlagshäuser und Medienunternehmen.“

Beim MVB Data Summit geht es um konkrete Handlungsempfehlungen für die Arbeit mit Daten in Verlagen, Buchhandlungen und Dienstleistungsunternehmen mit dem Ziel, mehr Bücher zu verkaufen. Für die Vertiefung spezifischer Fragestellungen der Buchbranche stehen vier Round-Table-Sessions auf dem Programm:

  • Die Firmen Glanos, Readbox und Retresco stellen Tools vor, mit denen sie semantische Analysen vornehmen, Metadaten optimieren und an die jeweiligen Kundenbedürfnisse und Kaufsituationen anpassen.
  • Aktuelle Arbeitsergebnisse zu Thema-Klassifikation, inhaltlicher Erschließung sowie der Darstellung von Collections und Bundles präsentiert die Interessengruppe (IG) Produktmetadaten im Börsenverein des Deutschen Buchhandels.
  • Erfahrungswerte und Best Practices zum Thema Change Management geben unter anderem die Ullstein Buchverlage weiter. Dabei werden sowohl technische als auch organisatorische Hürden beschrieben, die es bei der Umstellung von Datenprozessen im Unternehmen zu überwinden gilt.
  • Um effizientes Schnittstellenmanagement und Interoperabilität geht es in der Runde mit den Experten Daniela Geyer, Eckhart H. Horn und Alexander Markowetz.

Im Plenum stellt David Best vom Beratungsunternehmen Kirchner + Robrecht ein neues Whitepaper vor, das zeigt, wie das Titelinformationssystem VLB-TIX die Prozesse rund um Vorschauerstellung und Einkauf von Novitäten verändert. Und auch den Brückenschlag in ganz andere Gebiete wird es geben. In einem kurzen Rundumblick zeigt Holger Volland von der Frankfurter Buchmesse die kulturellen Aspekte von Daten und erklärt, warum sie auch in der Kunst die neue Währung sind.

Das vollständige Programm wird in Kürze unter www.datasummit.de/programm zur Verfügung stehen.

Zur Frankfurter Buchmesse 2017 gilt ein spezielles Angebot: Wer unter www.datasummit.de/tickets bis einschließlich Freitag, 20.10.2017, ein Ticket zum Preis von 490,- Euro bucht, kann kostenlos eine zweite Person aus dem gleichen Unternehmen zum MVB Data Summit 2017 mitbringen.

Weitere Informationen gibt es unter www.datasummit.de sowie auf Facebook-Seite www.facebook.com/mvbdatasummit – der Hashtag lautet: #ManageYourData17

Zum Programm des MVB Data Summit